Frauen heute. Zwischen Internationalem Frauentag und Feminismus

Frauentag oder Internationaler Frauentag. Sicherlich ist die zweite Version die richtige. Das spielt keine Rolle, wichtig ist nur, dass es Raum für eine Vielzahl von freien Gedanken gibt. Anders und frei. Heute: 3 Artikel geschrieben von 3 Frauen und aus 3 verschiedenen Blickwinkeln. Wir bei Globe sind glücklich und stolz auf sie.
Frauen heute
8. März – von einem Frauentag zu sprechen ist unangebracht, denn dieses Datum stehtfür eine Reihe von sozialen und politischen Kämpfen die die Frauen geführt haben, damit ihre Stimme gehört wird. Es muss daher betont werden, dass es sich nicht um einen Feiertag handelt, wie er fälschlicherweise genannt wird, sondern um den Internationalen Frauentag. Dieser Jahrestag wurde ins Leben gerufen, um an die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Errungenschaften zu erinnern, die die Frauen während der feministischer Kämpfe erreicht haben.
Der Begriff “Feminismus” wird immer noch gleichbedeutend mit dem Gegenteil von Machismo definiert, also der Haltung, die das männliche Geschlecht in dem Glauben zum Ausdruck bringt, dem weiblichen Geschlecht überlegen zu sein.
Was ist Feminismus?
Der Feminismus ist eine Bewegung der Evolution und Revolution, deren Ursprung “den Suffragetten” zu verdanken ist, die für die Ausweitung des Wahlrechts und für die Anerkennung der Gleichstellung der Geschlechter gekämpft haben. Der Begriff wurde im neunzehnten Jahrhundert geprägt, um die Emanzipation der Frau zu taufen. Die Geschichte des Feminismus ist sicherlich nicht linear, sondern verläuft in “Wellen”.
In der ersten Welle kämpfen die Suffragetten für die rechtliche Gleichstellung der Frauen.
Die zweite “Welle” in den 60er Jahren
Die zweite Welle begann in den 1960er Jahren.°Die Themen, die den Feministinnen der zweiten Welle am Herzen lagen, galten damals oft als skandalös und für die damalige Zeit als Tabu. Die Rede ist von Sexualität, Vergewaltigung und häuslicher Gewalt, reproduktiven Rechten, aber auch von der Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz. Frauen stellen ihren Körper in den Mittelpunkt und die Möglichkeit, ihn zu kontrollieren und über ihn zu entscheiden.
Es waren revolutionäre Jahre. Erst 1961 brachten die Vereinigten Staaten die Antibabypille auf den Markt, die es Frauen ermöglichte, ihre Fruchtbarkeit einfach, diskret und vor allem unabhängig zu kontrollieren. In den 1970er Jahren gingen Tausende von Frauen auf die Straße, um ihre Rechte einzufordern, die ihnen immer noch verweigert wurden. Wie die Möglichkeit einer Scheidung oder der Beendigung einer ungewollten Schwangerschaft. Dies waren die bekanntesten und berühmtesten Schlachten, die in die Geschichte eingingen, aber es waren nicht die einzigen und werden nicht die einzigen bleiben.
Familienrecht und Ehrenmord
Auch italienische Feministinnen kämpften für das Familienrecht. So haben sie beispielsweise die „Wiederherstellungsehe“ und den „Ehrenmord“ abgeschafft, wodurch die Strafen für Männer, die ihre ehebrecherischen Ehefrauen ermordeten, verringert wurden.
Heute gibt es keine Ehrenmorde mehr. Dennoch gibt es Konsequenzen in einer Gesellschaft, die nach wie vor männerzentriert ist. Es gibt keine mildernden Umstände mehr für Männer, die ihre Frauen töten und vor allem ist die “Rechtfertigung” der Ehre verschwunden. Denn was kann an der Ermordung eines Menschen ehrenhaft sein? Unabhängig vom Geschlecht.
Dennoch ist die männliche Dominanz durch das Instrument der Gewalt nach wie vor eine der Konstanten in Paarbeziehungen. Definiert als Feminizid, handelt es sich vielmehr um eine vom Patriarchat durchdrungene Gesellschaft. Ein kulturelles Erbe, das sich um den Mann rankt, der in einer völlig veränderten Welt die Kontrolle behalten will. Und obwohl die Ehre nicht mehr als mildernder Umstand gelten kann, werden leider auch heute noch irrelevante und ungerechte Strafen verhängt.
Die dritte Welle in den 90er Jahren
Der Konvent möchte, dass in den 1990er Jahren eine neue Ära der feministischen Bewegung beginnt. Wir befinden uns in einer Zeit, in der Männer und Frauen aus westlichen Ländern auf dem Papier gleiche Rechte und Chancen haben, sodass manche von einer “postfeministischen Gesellschaft” sprechen. Die Diskriminierung ist jedoch keineswegs verschwunden, vor allem in der Arbeitswelt. Feministinnen kämpfen deshalb weiterhin für die Anerkennung und Schließung des Lohngefälles zwischen Männern und Frauen. Sie weisen auf die Schwierigkeiten hin, mit denen weibliche Berufstätige konfrontiert sind um voranzukommen, und kämpfen für Rechtsvorschriften gegen Belästigung am Arbeitsplatz.
Auch heute noch werden Frauen diskriminiert und / oder entlassen, weil sie als potenzielle “Gefahr” angesehen werden. Oder sie werden am Arbeitsplatz belästigt, von Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen. Leider auch von den Frauen selbst, die sich wenigstens untereinander solidarisch zeigen sollten.
Frauen vom 8. März 2022
Der 8. März sollte uns an die Anfänge der feministischen Kämpfe erinnern, die für die Rechte der Frauen kämpften. Sie kämpften darum, nicht länger das Ziel von Gewalt zu sein. “Objekte”, die der Gesellschaft zur Verfügung stehen, die will, dass sie einwilligen, unwissend und stumm sind, und den Männern, die sie für ihre primären und sexuellen Bedürfnisse benutzt haben, zu Diensten stehen und sich der Hausarbeit widmen.
Es reicht nicht aus, den Tag mit Partys in Clubs mit Stripperinnen zu feiern oder sich gegenseitig Blumen zu schenken. Wir kämpfen jeden Tag für unsere Rechte, nicht nur an “vorgefertigten” Tagen wie dem 8. März oder dem 25. November, sondern jeden Tag. Wir schätzen Frauen jeden Tag aufs Neue. Am 8. März wie an jedem Tag.
Wenn Sie Opfer von körperlicher, psychischer, wirtschaftlicher oder sexueller Gewalt sind, wenden Sie sich an ein Zentrum gegen Gewalt und / oder rufen Sie die kostenlose 24-Stunden-Nummer 15 22 an.
Anpassung der Übersetzung: Roswita Samland



