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Fryderyk Chopin der verführerischste aller Komponisten

Erst gestern haben wir hier in den Globe-Kolumnen über Jubiläen und Jubiläen die gefeiert werden, geschrieben.  Die natürliche Abfolge der Zeit diktiert unweigerlich ihre unausweichliche Chronologie. Gestern Brailleschrift, heute Chopin.

Chopin - Chopin und George Sand
Chopin und George Sand

Chopin

Warum berührte Chopin das Publikum auf der ganzen Welt? Die Antwort ist einfach: wegen seiner Universalität. Chopin hatte weder Väter noch Kinder, so dass er der orginelle Musiker schlechthin bleibt.

Dank ihm gewann der große Pianist Maurizio Pollini 1960 in Warschau im Alter von nur 18 Jahren den nach dem polnischen Musiker benannten Klavierwettbewerb. Pollini hat sein ganzes Leben lang Chopin gespielt und spielt ihn immer noch. “Chopin zu spielen ist ein unglaubliches Privileg”, sagte er einmal in einem Interview und in der Tat, wer seine Finger auf die Tastatur eines Klaviers legt, um eine Studie oder ein Chopin-Nocturne durchzuführen, ist wahrlich ein Privilegierter, der eine große Aufgabe hat, nämlich der Situation gerecht zu werden.

Von seinen Vorgängern liebte Chopin nur Bach und Mozart und schätzte keinen seiner Zeitgenossen. Seine Kunst ist großartig und grandios und, wie Pollini immer sagt: “Chopin schuf den verführerisch-sten Klaviersatz, den je ein Komponist gefunden hat.  Er benutzt das Klavier nicht als Schlaginstrument, sondern macht es zu einem Gesangsinstrument, aber natürlich ist es eine der schwierigsten Aufgaben für einen Pianisten, diese Schönheit des Klangs zu erkennen und die Probleme der Interpretation zu lösen.”

Geboren am 22. Februar vor 212 Jahren

Dieser große Komponist wurde am 22. Februar vor 212 Jahren, im Jahr 1810 geboren. Schon früh stand er in Kontakt mit Nachkommen der Aristokratie und des Großbürgertums und seine kulturelle Bildung war von beachtlichem Niveau. Sein ganzes Leben lang wird er in Charakter und Verhalten jene aristokratischen Züge bewahren, die er als Kind erworben hat. Sein musikalisches Talent offenbart sich sehr früh: Im Alter von 7 Jahren, als er vom böhmischen Geiger Wojciech Zywny unterrichtet wurde, erklärte dieser nach fünf Jahren, dass er ihm nichts mehr beibringen könne. Im Gegensatz zu anderen bedeutenden Musikern, deren Talent von den verschiedenen Konservatorien, an denen sie studiert hatten, nicht anerkannt wurde, erhielt Chopin am Ende seines Studiums von Maestro Elsner dieses abschließende Urteil: “außergewöhnliche Begabung; musikalisches Genie”.

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Chopin und die Beziehung zu George Sand

Chopins Poesie wurde durch seine extreme Sensibilität für die Natur, die Nacht und die Stürme bereichert. In dieser Hinsicht hinterließ George Sand, mit der er eine neunjährige Beziehung hatte, unvergessliche Seiten.
“Es besteht ein Kontrast zwischen den Momenten des Rausches, ja fast des Deliriums, die vielleicht die Ursache für die schillernden Erfindungen sind, und der Kälte, mit der er seine Werke vollendet. Gegensätzliche Elemente, die zusammen das Geheimnis dieser einzigartigen Schöpfung erklären”.

Chopin lernte die nonkonformistische französische Schriftstellerin im Alter von 28 Jahren kennen, sie war 6 Jahre älter als er, und er beschrieb ihre erste Begegnung in seinem Tagebuch folgendermaßen:

“Sie lehnte am Klavier und ihr Blick der wie Glut brannte, war auf mich gerichtet. Meine Seele hatte einen Hafen gefunden. Eine Art Trägheit überkam mich, aber dennoch zog ich mich voller Ehrfurcht vom Klavier zurück. Ich sah sie später noch einige Male in ihrem Salon, mit Leuten aus der französischen Aristokratie. Dann war sie ein anderes Mal allein. Sie liebt mich, Aurora ist ein magischer Name. Die Nacht ist vorbei.”  Wir sollten uns daran erinnern, dass George Sands richtiger Name Aurore Dupin war.

“Die Präludien” nach Gloria Campaner

Die international renommierte venezianische Pianistin Gloria Campaner, geboren 1986, erzählt in ihrer Beschreibung der Chopin Präludien die Sensibilität dieses Komponisten, der leider mit nur 39 Jahren an Tuberkulose gestorben ist: “Chopin bietet uns in seinen Präludien eine Reise an, eine Reise, die von seiner Vision der Natur ausgeht, die er in Emotionen umsetzt, die Emotionen seiner zutiefst menschlichen Seele. Diese Präludien sind wie ein Kaleidoskop, in dem er alle Harmonien, alle Töne der Musik, Dur und Moll, sammelt, also eine kontinuierliche Reise vom Licht zum Schatten. Die Präludien sind eigentlich keine Präludien sondern spontane, akribisch konstruierte Architekturen. Diese Reise mit ihm zu unternehmen, ist eine wunderbare Sache.” Und wir fügen hinzu: eine wunderbare Reise auch für diejenigen, die einfach nur zuhören.

Anpassung der Übersetzung: Roswita Samland